TCD Jugend: Ein Jahr im Namen der Kinderrechte

admin TCD News

Die Tennisplätze sind winterfest und die Hallensaison hat begonnen. Ein guter Zeitpunkt für die Dettinger Tennisjugend, um auf die außersportlichen Ereignisses des Jahres 2016 zurück zu blicken. Gleich zu Beginn der Freispielsaison setzte der Jugendausschuss des TC Dettingen mit einem Aktionstag sein Engagement für Kinderrechte fort. Nach dem „Silly Walk für Kinderrechte“ gab es diesmal einen Spiel- und Sporttag für Kinder auf der Anlage des Tennisclubs. Die Einladung richtete sich besonders an Kinder, die nach Flucht vor Krieg und Verfolgung in der Region untergebracht sind. Da gab es viele Spielangebote, von Tennis über Seilspringen und Badminton bis zum Slacklining – dem Balancieren auf einem wackligen Band. Begeisterung lösten vor allem das Kinderschminken und die zahlreichen Fahrobjekte aus. „Besonders haben wir uns natürlich auch über die syrischen Flüchtlingskinder gefreut, die in Dettingen untergebracht sind und die heute hier auf der Anlage jegliche Angebote genutzt haben“, freute sich Jugendleiterin Svenja Engeßer.

An diesem Tag wurde auch die UNICEF-Ausstellung „Kinder haben Rechte“ im Vereinsheim eröffnet. Auf beeindruckenden und bewegenden Bildtafeln konnten sich die Besucher über die UN-Kinder-rechte wie gewaltfreie Erziehung informieren. Im vergangenen Jahr waren es 25 Jahre seit der Verabschiedung der für alle UN-Mitgliedsstaaten verbindlichen Vereinbarungen. Beispiele aus der Projektarbeit zeigen, wie UNICEF hilft, die Kinderrechte zu verwirklichen und wie Kinder und Jugendliche sich in Deutschland für ihre Rechte engagieren können. „Viele dieser Kinderrechte sind jedoch noch weit von ihrer globalen Realisierung entfernt,“ meint Frercks Hartig, Koordinator der Jugendarbeit im TC Dettingen. Besonders deutlich wird das an der Situation von Kindern auf der Flucht oder bei der in vielen Ländern gängigen Kinderarbeit. Auch in den hochindustrialisierten Ländern gibt es noch deutliche Defizite wie beispielsweise mangelnde Mitbestimmungsmöglichkeiten von Kindern.

Mitbestimmung ist eines der zentralen Themen der Vereinsarbeit im TC Dettingen. Bereits im vergangenen Jahr hat sich der Dettinger Jugendausschuss deshalb für die Kinderrechte stark gemacht. Mit einem „Silly Walk für Kinderrechte“ wurde auf das Jubiläum der Kinderrechtskonvention und auf die weltweit gültigen Kinderrechte aufmerksam gemacht. Dieses Engagement der Kinder und Jugendlichen im Tennisverein fand große landesweite Anerkennung und Würdigung. Der größte Erfolg war die Auszeichnung mit dem ersten Platz beim baden-württembergischen Lotto-Sportjugendförderpreis. Auch bei einem Event der Baden-Württembergischen Sportjugend in Stuttgart vor der Landtagswahl, bekam der Jugendausschuss die Gelegenheit, den Silly Walk für Kinderrechte vor Politikern und Sportfunktionären zu präsentieren.

Im September beschlossen die Kinder und Jugendlichen, sich mit einem Kleinspielfeld und einer Tombola an der Dettinger Dorfhocketse zu beteiligen. Unterstützt von den Unternehmen und Geldinstituten der Region konnten tolle Gewinne verlost werden. Natürlich war es den Dettingern wichtig, auch hier auf die Kinderrechte hinzuweisen. Von dem Erlös der Tombola wurde mit 250 EUR der größte Teil an UNICEF gespendet. Die UNICEF Arbeitsgruppe Stuttgart freute sich riesig, dass die Tennisjugend für die Kinderrechte geworben und gesammelt hat. Mit der Spende wird das Projekt „Lumiere“ in Burundi unterstützt. In Burundi haben weniger als drei Prozent der Bewohner Zugang zu Strom. Das bedeutet für die Kinder, dass sie nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr lernen oder Hausaufgaben machen können. Als Lichtquelle bleiben nur giftige Kerosinlampen – doch dies hat schlimme gesundheitliche Folgen. Hier unterstützt UNICEF mit „micro energy solutions“. Mit diesen Geräten wird– ähnlich wie beim Fahrrad-Dynamo – Energie durch Bewegung erzeugt und damit LED-Lampen aufgeladen, die die Familien mit Licht versorgen.

Seit Anfang Oktober heißt es wieder jeden Mittwochnachmittag „Turnzwerge, Turnzwerge – 1-2-3“ in der Dettinger Schulturnhalle. Über zwanzig Kinder, darunter auch syrische Flüchtlingskinder, rennen, klettern und spielen mit vielen Bällen in einer Bewegungslandschaft. Geleitet wird das Bewegungsangebot vom Sportpädagogen Frercks Hartwig der TMS -Tennisschule und der hauptamtlichen Vereinsmitarbeiterin Meret Hellstern, die ihr freiwilliges Soziales Jahr beim Verein absolviert. Weitere herbstliche Angebote folgen mit den Jugendausflügen und dem traditionellen Kinobesuch kurz vor den Weihnachten, bevor dann im Frühjahr die Dettinger Tennisjugend auf ihrer Vollversammlung wieder ihre Vertreter in den Jugendausschuss wählt.